Große Pläne für Atomkraft: Söder will EU-Geld – doch viele zweifeln……
Nicht finanzierbar? Söder will EU-Millionen für AKW-Comeback
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (59, CSU) will Mini-Atomkraftwerke in seinem Bundesland bauen
München – Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (59, CSU) legt bei seiner Atom-Ansage nach. Sein Plan, in seinem Bundesland Mini-Atomkraftwerke und Kernfusion zu testen, soll jetzt (auch) mit EU-Geldern finanziert werden. Söder kontert damit Kritik, sein Projekt „Kernenergie 2.0“ sei nicht finanzierbar.
„Es ist gut, dass die EU neue Atomtechnologien fördert“, sagt Söder zu BILD. Und erklärt: „Wir wollen Fördermittel abgreifen und uns bei der Erforschung der Technologie entscheidend beteiligen.“ Schon jetzt stellt Bayern bis zu 400 Millionen Euro für den Bau des Reaktors „Alpha“ bereit. Große deutsche Unternehmen wie RWE würden laut Söder bereits mit bayerischen Start-ups wie Proxima Fusion und dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik zusammenarbeiten.
Nina Scheer (54, SPD)
Zuvor hatte SPD-Energiepolitikerin Nina Scheer den Söder-Plan gegenüber BILD kritisiert, nannte den Vorschlag „absurd“. Atomenergie sei die teuerste Form der Energiegewinnung und nur mit Subventionen möglich. Zudem verstoße ein Wiedereinstieg in die Atomenergie in Deutschland „gegen geltendes Recht“, sagte sie der „Rheinischen Post“. Die SPD werde „an einer solchen Geisterfahrt-Gesetzesänderung nicht mitwirken.“
Grüne: Söder „treibt eine Sau durchs Dorf“
Die Vizevorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Julia Verlinden, kritisierte: „Der bayerische Ministerpräsident treibt ja gern eine Sau nach der anderen durchs Dorf.“ Mini-Atomkraftwerke seien „eine besonders teure und riskante Technologie“, sagte Verlinden zu AFP. Die Antwort für Energiesouveränität und günstige Strompreise sei längst erfunden. Sie heiße „erneuerbare Energien“. Verlinden: „Das weiß jedes Kind.“
Julia Verlinden (47, Grüne)
Tatsächlich wurde die Technik für Mini-Akw bislang kaum erprobt. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) sind zwei Mini-Kernkraftwerke in Russland sowie China in Betrieb. Deutschlands nördliche Nachbarn in Dänemark verabschiedeten gerade ein Gesetz über die mögliche Nutzung der kleinen Atomkraftwerke. Die Dänen wollen damit die Energiegewinnung aus Wind und Sonne ergänzen. Auch in anderen Ländern wie den USA und Argentinien werden Konzepte entwickelt.




